Ist das Protonentherapie ?

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Allgemeine Präsentation

Die Protonentherapie ist eine Technik zur Krebsbehandlung, genau wie die Chirurgie und die Chemotherapie.
Die Protonentherapie ist eine Form der Strahlentherapie. Sie kann allein oder in Verbindung mit Chirurgie und Chemotherapie je nach Art der Krebserkrankung angewendet werden.
Bei der Strahlentherapie handelt es sich um eine Therapie, welche die ionisierende Strahlung (bzw. „Strahlen“) zur Behandlung von Krebs einsetzt. Der Patient wird unter einem Gerät positioniert, das die Strahlen auf die gewünschte Stelle richtet. Im Verlauf einer Strahlentherapie spürt der Patient die Strahlen nicht, genau wie bei einer Röntgenuntersuchung (Scanner, MRT, Röntgenaufnahme). Die Symptome infolge der Bestrahlung treten nach einigen Tagen auf und sind von geringer bis mäßiger Intensität. Je nach Fall kann die Bestrahlung starke Symptome hervorrufen, die vorhersehbar sind und von deren Abheilung ohne Folgeschäden ausgegangen werden kann.
In den letzten Jahrzehnten wurden die Techniken auf dem Gebiet der Strahlentherapie zur Krebsbehandlung deutlich verbessert, bei konstanter Verringerung der Toxizität und insbesondere durch den Einsatz der Protonen (im Fall der Protonentherapie) anstatt von Photonen oder Elektronen.

Vorteile der Protonentherapie gegenüber den anderen Techniken: Beschreibung des „Bragg-Peaks“

Protonen besitzen den großen Vorteil im Vergleich zu anderen Teilchen, ihre Dosis gezielt an den Tumor abzugeben, ohne das umlegende Gewebe zu bestrahlen, sodass die Toxizität im Verhältnis zu den routinemäßig eingesetzten Teilchen verringert werden:

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Obige Abbildung zeigt die Energiekonzentration (Bestrahlung) je nach Art der Teilchen (Elektronen, Photonen oder Protonen). Wird bei den Protonen die maximale Energiekonzentration überschritten, so verschwindet die Bestrahlung komplett, im Gegensatz zu den Photonen. Die Kurve der Dosisintensität erreicht somit ein Maximum, das als „Bragg-Peak“ bezeichnet wird. Im Tumor lagert sich die maximale Dosis ab: Dank ihrer physikalischen Eigenschaften lagern die Protonen sich nicht außerhalb des Tumors ab (oben rechts), im Gegensatz zu den klassischen Teilchen (unten rechts).

Ablauf der Protonentherapie

Der Ablauf unterscheidet sich nicht sehr stark von einer anderen Strahlentherapie. Am Anfang steht das Gespräch mit dem Facharzt für Strahlentherapie, dann wird die Behandlung auf dem Computer simuliert. Die Patientenakte wird gemeinsam mit anderen Ärzten besprochen, um über die Indikation zur Protonentherapie zu entscheiden.

Arztgespräch, Simulation der Behandlung auf dem Computer, fachübergreifende Besprechung

Der Onkologe/ Strahlentherapeut führt mit jedem Patienten ein Gespräch, um sämtliche klinischen, radiologischen und histologischen Informationen zu sammeln. Anschließend legt er die Patientenakte in der interdisziplinären Besprechung vor, in der über die Indikation zur Protonentherapie entschieden wird.

Die Patientenakte kann vor dem Termin mit dem Strahlentherapeuten im interdisziplinären Gremium besprochen werden, um das Verfahren zu beschleunigen, wenn alle Elemente der Akte dies erlauben.
Falls keine klare klinische Indikation vorliegt und bevor das Gespräch stattfindet, lässt sich anhand einer Computer-Simulation der geplanten Behandlung einschätzen, wie hoch der Nutzen der Protonentherapie gegenüber einer konventionellen Strahlentherapie mit Photonen oder Elektronen ist. In der Tat kann es sein, dass die konventionelle Behandlung geeignet ist und die Protonentherapie nicht notwendig ist.

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Mithilfe eines Übersichts-Scans werden Bilder erstellt, welche die Zonen zeigen, die zu behandeln sind und die auszusparen sind. Mitunter wird eine Maske verwendet, um den Kopf zu fixieren und die Krebsherde am Kopf stets in der gleichen Position zu behandeln. Für die anderen Läsionen (im Bereich des Thorax oder Abdomen zum Beispiel) werden Markierungen in der Größe eines Leberflecks auf die Haut aufgebracht. Mithilfe dieser Markierungspunkte bzw. Markierungen an der Maske und unter Zuhilfenahme von Laserstrahlen wird die Position nachkorrigiert, um damit ständig die zu behandelnde Zone beizubehalten, indem diese Laser auf die Hautmarkierungspunkte oder Markierungen an der Maske ausgerichtet werden.

Für Kinder:

Eine Anästhesiesprechstunde mit den Eltern/Erziehungsberechtigten und dem Kind findet entweder am Wohnort oder in Nizza statt, wenn die Behandlung eine Narkose erfordert. Im Verlauf des Gesprächs beim Onkologen/Facharzt für Strahlentherapie wird dem Kind die gesamte Behandlung kindgerecht erklärt (anhand eines Modells, Besichtigung des Behandlungsraums). Um mehr über die Behandlungen des Kindes zu erfahren,
klicken Sie hier.

Im Fall einer Chemotherapie:

Es findet ein Arztgespräch in Nizza und/oder am Wohnort statt, um die Chemotherapie, wenn sie erforderlich ist, mit der Strahlentherapie zu kombinieren.

Scan zur Lokalisierung, Erstellung des Behandlungsplans

Wird die Indikation zur Protonentherapie bestätigt, so wird der Übersichts-Scan in der Woche nach dem Arztgespräch oder sogar noch am Tag des Gesprächs durchgeführt, wenn die Patientenakte zuvor im interdisziplinären Gremium validiert worden ist.

Der Übersichts-Scan dient nicht der Diagnose, sondern der Bestimmung der Behandlungsposition der Läsionen und zur Simulation der Behandlung auf dem Computer unter optimalen Bedingungen.

Für die Läsionen am Kopf und am Hals wird eine Kunststoffmaske auf Ihr Gesicht gelegt und so angepasst, dass sie der Gesichtsform genau entspricht, wie obige Abbildung zeigt. Die Maske erhärtet in wenigen Sekunden und behält die Form Ihres Gesichts, sodass Sie immer in der gleichen Position behandelt werden. Für die anderen Läsionen (Brustkorb, Bauch, Becken, Arme oder Beine) wird ein Formpolster verwendet, das sich eng an den Körper legt, um Sie stets in der gleichen Position zu behandeln. Zusätzlich werden Markierungspunkte in der Größe eines Leberflecks auf Ihrer Haut, in der Nähe, rechts und links Ihrer Läsion angebracht, damit Sie immer in der gleichen Position liegen, wie auf dem Übersichts-Scan.

Für bestimmte klinische Situationen ist eine qualitativ hochwertige Bildgebung (zerebrale MRT-Untersuchung, PET-Scanner im 18-FDG und nicht älter als einen Monat, CT mit Kontrastmittel) notwendig, um den Behandlungsplan zu erstellen. Diese Untersuchungen können am Wohnort oder in Nizza durchgeführt werden.

Es werden Strahlenbündel mithilfe eines Computers positioniert, dann wird die beste Position dieser Bündel simuliert, um diese gezielt auf die Läsion auszurichten und das gesunde Gewebe möglichst zu schonen. Diese Simulation beginnt, nachdem sämtliche Läsionen, wie auch das gesunde Gewebe, vom Onkologen/Facharzt für Strahlentherapie definiert wurden. Die Berechnung erfordert 7 Tage.

Behandlung, Unterkunft

Nach Abschluss der gesamten Behandlungsplanung beginnen die Bestrahlungen. Die Patienten aus der Region Alpes-Maritimes reisen mit ihrem eigenen Fahrzeug oder, wenn erforderlich, mit einem anderen Transportmittel an.

Patienten aus anderen Regionen werden in unmittelbarer Nähe des Protonentherapie-Zentrums, im Gästehaus „La Consolata“ untergebracht. Das Gästehaus untersteht dem Centre Antoine Lacassagne (CAL) und nimmt Patienten und ihre Begleitpersonen aus der ganzen Welt auf.

Der Patient wird somit umfassend und persönlich betreut. Alle Etappen werden organisiert: Transport, Übernachtung, Behandlungen, Verbindung zum behandelnden Arzt, bei Bedarf kann ein Dolmetscher gestellt werden…

„La Consolata“ liegt auf den Höhen von Nizza, wenige Minuten vom Institut Méditerranéen de Protonthérapie entfernt, in einem ruhigen erholsamen Rahmen und mit einem schönen Panorama über die Meeresbucht „Baie des Anges“.

Mehr darüber

Genau wie bei jeder anderen Strahlentherapie sehen die Patienten mindestens einmal pro Woche einen Onkologen/Facharzt für Strahlentherapie, um alle eventuellen Nebenwirkungen zu besprechen. Auch im Fall von Problemen kann um ein Gespräch mit dem Facharzt gebeten werden. Die Region Nizza ist in der Lage, mit den auf Chirurgie spezialisierten Kinderkrankenhäusern und der Universitätsklinik Lenval in Nizza, der Universitätsklinik Nice Hôpital l’Archet und ihrer Onkologie-Hämatologie-Abteilung, sowie dem Centre Antoine Lacassagne, Pol für Strahlentherapie, Nizza – der einzigen Einrichtung in der Region, die für die Behandlung von Erwachsenen und Kindern mit Strahlentherapie zugelassen ist – auf ein globales Netz zuzugreifen, um an Krebs erkrankte Kinder zu betreuen.

Ist die Protonentherapie dir richtige Therapie für meine Krankheit?

Die Protonentherapie ist nicht immer geeignet, da die Präzision dieser Technik nicht immer notwendig ist und mit den klassischen Bestrahlungstechniken in den meisten Fällen Tumoren unter hervorragenden Bedingungen behandelt werden können.

Doch in bestimmten klinischen Situationen lässt sich mit der Protonentherapie die Toxizität während der Bestrahlung, aber auch die erst viel später auftretende Toxizität (kognitive Störungen, Schlaganfälle, strahleninduzierter Krebs, Hormondefizite usw.) verringern.

Die Protonentherapie wird vor allem verwendet, um Komplikationen infolge der Strahlentherapie zu senken.

Folgende Krebserkrankungen können vorwiegend behandelt werden:

Tumoren im Kindesalter,
Tumoren der Schädelbasis (Chordome, Chondrosarkome, Meningiome) ,
Tumoren der Nasennebenhöhle ,
Strahlungsresistente Tumoren im Wirbelsäulen- oder Beckenbereich.

Tumoren am Auge: Hier klicken

Je nach Größe und Lokalisation des Tumors:
→ ist entweder die Protonentherapie offensichtlich die effizientere Therapie,
→ oder die klassische Strahlentherapie reicht aus,
→ mitunter bestehen Zweifel, ob die Protonentherapie mit ihrer genauer ausgerichteten Dosis geeigneter ist; in diesem Fall werden beide Behandlungen auf dem Computer verglichen.

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