Die pädiatrische Onkologie

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Beschreibung

Genau wie Krebserkrankungen des Erwachsenen, können Tumoren des Kindes mithilfe der Chirurgie, Chemotherapie und/oder Strahlentherapie je nach Art der Krebserkrankung mit hohen Heilungschancen behandelt werden.
Etwa eintausend Kinder bekommen in Frankreich jedes Jahr eine Strahlentherapie. Für 300-500 von ihnen wäre eine Protonentherapie denkbar.

Ablauf der Behandlung

Ärztliches Gespräch, Simulation der Behandlung auf dem Computer, fachübergreifende Besprechung

Chaque patient sera vu en consultation par l’oncologue radiothérapeute afin de collecter l’ensemble des informations cliniques, radiologiques et histologiques pour ensuite présenter le dossier en réunion de concertation pluridisciplinaire (RCP) afin de valider ou pas l’indication de protonthérapie.

Der Onkologe/ Strahlentherapeut führt mit jedem Patienten ein Gespräch, um sämtliche klinischen, radiologischen und histologischen Informationen zu sammeln. Anschließend legt er die Patientenakte in der interdisziplinären Besprechung vor, in der über die Indikation zur Protonentherapie entschieden wird.
Wenn keine andere offensichtliche klinische Indikation vorliegt und bevor das Gespräch stattfindet, lässt sich anhand einer Computer-Simulation der geplanten Behandlung einschätzen, wie hoch der Nutzen der Protonentherapie gegenüber einer konventionellen Strahlentherapie mit Photonen oder Elektronen ist. In der Tat kann es sein, dass die konventionelle Behandlung geeignet ist und die Protonentherapie nicht notwendig ist.
Zur Simulation der Behandlung wird ein Scan (ein sogenannter Lokalisierungs- oder Übersichts-Scan) der zu behandelnden Zone in der Behandlungsposition durchgeführt. Für diesen Scan kann das Einspritzen eines Kontrastmittels erforderlich sein. Um die behandelnde Zone perfekt zu fixieren, kann Material eingesetzt werden, wie z.B. eine Kunststoffmaske für Bestrahlungen am Kopf. Der Übersichts-Scan dient nicht der Diagnose, sondern zum Erstellen von Bildern, auf denen der Strahlentherapeut die Zonen einträgt, die zu behandeln sind und die auszusparen sind. Anschließend werden auf dem Computer der Behandlungsplan und die beste Kombination der Strahlenbündel simuliert, um den Tumor gezielt zu bestrahlen und die umliegenden gesunden Gewebe möglichst zu schonen.

Mithilfe eines Übersichts-Scans werden Bilder erstellt, welche die Zonen zeigen, die zu behandeln sind und die auszusparen sind. Wie nebenstehendes Beispiel zeigt, wird eine Maske verwendet, um den Kopf zu fixieren und die Läsionen am Kopf stets in der gleichen Position zu behandeln. Für die anderen Ziele (auf Höhe des Thorax oder des Abdomen zum Beispiel) werden Markierungen in der Größe eines Leberflecks angebracht. Mithilfe dieser Markierungspunkte bzw. Markierungen an der Maske und unter Zuhilfenahme von Laserstrahlen wird die Position nachkorrigiert, um damit ständig die zu behandelnde Zone beizubehalten, indem diese Laser auf die Hautmarkierungspunkte oder Markierungen an der Maske ausgerichtet werden.

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Für Kinder wird eine Anästhesiesprechstunde mit den Eltern/Erziehungsberechtigten und dem Kind entweder am Wohnort oder in Nizza angeboten, wenn die Behandlung eine Narkose erfordert. Im Verlauf des Gesprächs mit dem Onkologen/Facharzt für Strahlentherapie wird dem Kind die gesamte Behandlung kindgerecht erklärt (anhand eines Modells, Besichtigung des Behandlungsraums). Im Fall einer Chemotherapie findet ein Arztgespräch in Nizza und/oder am Wohnort statt, um die Chemotherapie, wenn sie angezeigt ist, mit der Strahlentherapie zu kombinieren.

Einleiten der Behandlung

Die zu verabreichende Gesamtdosis der Bestrahlung wird in mehrere kleine Dosen unterteilt, meistens zwischen 1,8 und 2 Gy. Diese Dosen werden täglich verabreicht (eine Dosis pro Tag), außer an den Wochenenden und Feiertagen. Die gesamte Bestrahlungsdauer erstreckt sich somit über mehrere Wochen (ein bis eineinhalb Monate). Der Patient wird einmal wöchentlich oder bei Bedarf häufiger von einem Arzt untersucht, um die Symptome in Verbindung mit der Bestrahlung zu erkennen und zu behandeln. Alle Patienten werden auch mehrere Wochen nach der Bestrahlung von einem Arzt untersucht (in Nizza oder in einem anderen Referenzzentrum), um die kurzfristige Verträglichkeit wenige Zeit nach der Behandlung zu überwachen.

Die Vorbereitung auf die pädiatrische Protonentherapie

Es ist wichtig, sein Kind auf die Protonentherapie vorzubereiten, da die Behandlung und die Entfernung von zu Hause bei Ihnen und Ihrem Kind Fragen und Ängste auslösen. Es ist notwendig, dass Sie Ihrem Kind klare, verständliche und altersgerechte Informationen geben. Die Ängste der Kinder hängen von ihrem Alter, ihrer Persönlichkeit und der Behandlung selbst ab.
In der Regel haben die Jüngeren Angst vor der Trennung von ihren Eltern, während die Größeren Angst vor Schmerzen haben. Einige Jugendliche haben nicht nur Angst vor den Schmerzen, sondern es fällt ihnen auch schwer zuzugeben, dass sie Angst vor den Schmerzen empfinden. Außerdem kann es peinlich für sie sein, wenn die Behandlungen die Genitalien betreffen.
Kindern, die eine Behandlung unter Vollnarkose bekommen müssen, kann es schwer fallen, diesen speziellen Schlaf während der Narkose zu verstehen, und sie müssen beruhigt werden. Größere Kinder und Jugendliche sorgen sich vielleicht, wie sie die Behandlung vertragen werden. Es ist wichtig, dass Sie mit Ihrem Kind sprechen, seine Ängste und Gefühle zulassen. Das trifft insbesondere zu, wenn Ihr Kind von vorn herein Angst hat oder in der Vergangenheit schlechte Erfahrungen mit medizinischen Behandlungen gemacht hat. Wenn das auf Ihr Kind zutrifft, so kann es im Vorfeld der Behandlung von unserer Psychologin betreut werden.

Vorbereitung der Eltern

Manche Eltern meinen, dass es besser ist, nicht über die Behandlung und und den Ablauf zu sprechen. Die Kinder müssen jedoch klar und ehrlich informiert werden. Viele Kinder kommen mit den Schmerzen, Geräten und unbequemen Positionen besser zurecht, wenn sie wissen, was auf sie zukommt und wie lange es dauern wird. Wenn Sie Ihrem Kind diese Informationen vorher geben, kann ihm das helfen, während der Behandlung ruhig zu bleiben.
Unser Team und unsere Psychologin können Ihnen helfen, die richtigen Worte zur Erklärung der Behandlungen zu finden und damit Ihr Kind besser versteht, worum es geht.
Es ist ganz natürlich, dass es Ihnen nahe geht, wenn Ihr Kind besorgt ist oder leidet. Nehmen Sie sich die Zeit, die Sie brauchen, um mehr über die Behandlung durch Bestrahlung zu erfahren und um sich emotional vorzubereiten. Zu wissen was auf Sie zukommt, wird Ihnen helfen, ruhig zu bleiben und Ihr Kind zu unterstützen. Zögern Sie nicht zu fragen, welcher Teil der Behandlung beeindruckend sein kann und welche Maßnahmen getroffen werden, um den Komfort zu verbessern. Unser Team und unsere Psychologin sind für Sie da, um Sie und Ihr Kind besser auf die Behandlung vorzubereiten. In gewissen Fällen können Sie bei Ihrem Kind im Behandlungszimmer bis kurz vor der Behandlung bleiben.

Vorbereitung des Kindes

Ab dem 2. Lebensjahr müssen die Kinder alles über die Behandlung erfahren, was sie wissen möchten. Natürlich müssen die Gespräche, die Sie mit Ihrem Kind führen, dem Alter und Verständnis Ihres Kindes entsprechen. Seien Sie ehrlich und offen, aber vermeiden Sie angsterregende Darstellungen. Nehmen Sie die Signale wahr, die zeigen, dass Ihr Kind genug Informationen bekommen hat. Wenn Ihr Kind das möchte, können unser Team und unsere Psychologin mit Ihrem Kind die Behandlung mit einem Bären oder einer Puppe an einem Modell durchspielen. Zu Hause können Sie die Behandlung mit Ihrem Kind noch einmal unter Berücksichtigung der Behandlungsdauer und der Position, die Ihr Kind einnehmen muss, durchgehen. Es ist wichtig, dass die Kinder auf die Unterstützung ihrer Eltern zählen können und dass diese so viel wie möglich bei ihnen bleiben.

Während der Behandlung

Sie und Ihr Kind können einen Kalender für die Behandlungstage aufstellen und zum Beispiel eintragen, wer das Kind zu den Behandlungen begleiten wird. Besprechen Sie diese Planung mit unserem Ärzteteam, um sicher zu gehen, dass diese mit den geplanten Behandlungen im Einklang steht.
Hier nun einige Ratschläge, wie Sie Ihrem Kind helfen können, während der Bestrahlungen so ruhig wie möglich zu bleiben: eigene Musik-CD, eine DVD oder ein Hörbuch mitbringen, das es während der Behandlung hören kann (unser Behandlungsraum verfügt über Multimedia-Technik), Ihrem Kind erreichbare Ziele setzen, ihm sagen, dass Tränen normal sind, aber dass sein Beitrag darin besteht, während der gesamten Behandlung ruhig zu bleiben und sich nicht zu bewegen.

Nach der Behandlung werden Sie vielleicht Veränderungen im Verhalten Ihres Kindes feststellen. Einige zeigen möglicherweise eine Regression und verhalten sich „kindlicher“ als Gleichaltrige. Andere verlangen Sie so viel wie möglich in ihrer Nähe und die Trennung von Ihnen fällt schwerer als bisher. Diese Reaktionen sind normal und verschwinden im Allgemeinen mit der Zeit. Frustrationsgefühle im Zusammenhang mit der Behandlung Ihres Kindes sind normal, doch ist es wichtig, dass Sie ihm weiterhin altersgerechte Aktivitäten vorschlagen und den üblichen Tagesablauf und die regelmäßigen Aktivitäten in der Familie beibehalten.

Vergessen Sie nicht:

    
– Die Vorbereitung auf die Bestrahlung kann helfen, den Stress und die Angst für Eltern und Kinder gleichermaßen zu senken.
– Sie können Ihrem Kind helfen, indem Sie die Informationen über die Behandlung an das Alter und Verständnis Ihres Kindes anpassen.
– Unser Team und unsere Psychologin unterstützen Sie.

Nebenwirkungen

Die Nebenwirkungen hängen von der behandelten Zone und von der Empfindlichkeit eines jeden ab, die sich nicht vorhersehen lässt. Einige Patienten werden keine Nebenwirkungen haben, bei anderen wiederum werden Nebenwirkungen auftreten. Die folgenden Aufzählungen sind nicht abschließend und die Nebenwirkungen können je nach Größe und Lage des Tumors unterschiedlich sein. Diese Unterschiede erklärt der Strahlentherapeut in der Sprechstunde, und wie stark mit Nebenwirkungen zu rechnen ist, lässt sich nach dem Durchführen der Dosimetrie genauer einschätzen.

Bei Hirntumoren:

– während der Strahlentherapie: Haarausfall, Erschöpfung, Übelkeit, Kopfschmerzen, nur selten Epilepsieanfälle oder Empfindungs- bzw. mtorische Störungen – im Allgemeinen reversibel und kontrollierbar,
– in den Monaten und Jahren danach: eventuelle hormonelle Defizite, geringe intellektuelle Defizite, sehr selten Durchblutungsstörungen oder strahleninduzierter Krebs; doch wird das Risiko durch den Einsatz der Protonentherapie gesenkt.

Für die anderen Lokalisationen können die im Folgenden angeführten Symptome sowohl während der Strahlentherapie als auch lange danach auftreten:

– Tumoren in der Nähe der Lungen und der Speiseröhre: Müdigkeit, Schwierigkeiten bei der Nahrungsaufnahme (Schmerzen, Blockierung), möglich sind Gewichtsverlust, Husten, Auswurf, Atembeschwerden – von geringer Intensität und reversibel;
– Tumoren in der Bauchhöhle: Asthenie (Schwäche), Übelkeit, Durchfall;
– Tumoren im Beckenbereich: Brennen beim Wasserlassen, häufiger Harndrang, Analbeschwerden, Durchfall;
– Hautnahe Tumoren: Brennen der Haut mit Rötung, Schmerz und vereinzelt Hautläsionen.